
02.07.2011: 7. Etappe
Kaltern –
Arco
117,33
KM
2.39 Höhenmeter bergauf, 2.552 HM bergab
3 Pässe:
Mendelpass: 1.363m;
Andalo:
1.025m;
Passo del Ballino: 775m
An das warme Wetter kann
ich mich als Schönwetter-Sportler schnell gewöhnen, an Jaco’s
spanischer Gelassenheit weniger ;-)
Ich bin nach wie vor morgens nicht nervös oder aufgeregt.
Möchte nur das Nötigste erledigt wissen.
Nachdem
mich ein Grummeln im Darm schon früh um 5 Uhr auf die noch
einigermaßen freie Toilette getrieben und eine andauernde
Hustenattacke mich vom weiteren Schlafen oder Dahindösen abgehalten
hat, habe ich mich irgendwann dem allgemeinen Treiben angeschlossen.
Sachen packen, Trikot bereitlegen, anziehen und die ruhige
Betriebsamkeit in Ruhe auf mich einwirken lassen. Ich saß auf einer
Bank und glotzte einfach vor mich hin. People-Watching. Kopf aus.
Das war mein Ding. Jaco verdrehte in den kommenden Stunden (?)
mehrmals die Augen und warf mir vor, Druck auf ihn auszuüben. Dabei
habe ich keinen Ton gesagt. Wirklich!
Na Ja. Beim dann doch
gemeinsamen Frühstück in der Kelterei taute das Eis wieder und wir
konnten unsere Sprachmodule langsam wieder hochfahren.
Jaco hatte vorgewarnt und
alle haben es geahnt: Am letzten Tag geht es um die nicht vorhandene
Wurst und alle geben Gas. Das papiermäßig leichte Schlussetappe
forderte noch einmal alles.
Manche gaben zu viel.
Schon der Anstieg
zum Mendelpass, direkt nach der Ortsausfahrt brachte mich in
Schwulitäten. Fast 1.000 Höhenmeter auf den ersten 16 KM. Da sagt
das Frühstück schon mal „Hallo“. So schnell war ich jedenfall noch
nie auf einem Pass und möchte es auch nicht mehr sein. Von mir aus
hätte das Rennen hier an der ersten Verpflegungsstelle vorbei sein
können. Aber: ich hatte ja Jaco Löwenherz. Der trieb mich die 30/40
KM bergab und durch die Ebene, fuhr Löcher zu und hängte uns in
Züge. Am Anstieg um 1025m hohen Aldano war ich erst einmal wieder
auf Ballhöhe. Allerdings waren wir auch erst bei KM 65 von 117
angekommen. Die zweite Hälfte war nicht schlimm in den Anstiegen
(mittlerweile lacht man über Steigungen im einstelligen Bereich)
aber schnell und kräftezehrend.

Auf den rasanten
Abfahrten gab es leider wieder viele Unfälle. An zwei schweren kanen
wir vorbei. Einer der Teilnehmer war in den Gegenverkehr gekommen
und mit einem PKW zusammengeprallt. Das Bild sah im nahhinein und
den Kommentaren in den Internetforen schlimmer aus als es wohl war.
Glück im Unglück – aber so
kurz vor dem Ziel…??
Ein weiterer Helikopter
Einsatz nur wenige Kilometer später als eine Teilnehmerin in einer
Spitzkehre geradeaus in die Felsen gefahren ist.
„Da ist er, der See!!“
Schöne Ausblicke in der Abfahrt von Tenno nach Arco auf den
Tenno-See und kurze Zeit später auf den Gardasee. Den wollten wir
sehen. Das Objekt der Begierde ist und war jedoch das Finisher-Shirt
im Ziel. Alles andere war schietegal. Das Shirt musste her!
Die Zeitnahme war schon
kurz vor dem Ortskern von Arco. Dank Jacos unermüdlichem Einsatz
überfuhren wir die Zeitmessmatte nach 04:30.15,4h auf Platz 96 (AK).
In der
Schlussabrechnung bringt uns das einige Plätze nach vorne:
Masters:
103
Overall:
294
Zeit total:
38:58.23,1
Rückstand:
10:43.41
Damit haben wir unser Ziel
erreicht, in der ersten Hälfte der Starter anzukommen!
Im Zielbereich gönnten wir uns zunächst einige Weizen, nachdem wir das Finisher Shirt abgeholt hatten.
Mein Fahrrad musste ich
direkt beim Gepäckteam abgeben. Es trat nach dem Abschrauben der
Pedale im LKW den Rückweg nach Sonthofen an.
Ich spreche ja mit dem
„kleinen Schwarzen“. Trotz des Sturzes und der Vertrauenseinbuße
habe ich ihm für die pannenfreie und im Grunde problemlose Transalp
gedankt ;-)
Die Pedale habe dann
irgendwo liegen gelassen… Kostet wieder ein Heidengeld.
In der im Vergleich zum
Vortag noch engeren Campbelegung in der Turnhalle ließ mich Jaco
jetzt alleine. Zusammen mit seiner Frau hat er noch einige Tage
Urlaub in der Region gebucht und will nun die Buffets des All-Inclusive-Hotels
rocken.
Nach einer üppigen Pizza
zusammen mit Jacos fürsorglicher Frau Katrin in einer lauschigen
Hinterhofpizzeria sind wir noch zur Abschlussparty und Siegerehrung
zurück gegangen und haben eine mir unbekannte Menge von Bieren
gezogen, die mir das Schlafen in der Halle einfacher machten.
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