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Schwalbe TOUR Transalp 2011

10.07.2011: Schlusssprint

Die Rückreise und eine Nachbetrachtung

Obwohl wir erst um 10 Uhr am Sonntag mit Bussen zurück nach Sonthofen gebracht werden sollten, herrschte schon sehr früh Hektik im Camp, der ich mich nicht entziehen konnte. So saß ich dann schon um 8 Uhr zusammen mit Sascha, Georg und Hardy in einem Café am Marktplatz von Arco um ein mieses Frühstück und diverse genießbare Kaffees einzunehmen.

An das Warten an sich haben wir uns ja im Laufe der 7 Tage gewöhnt. Es fing an mit der endlosen Schlange bei der Pasta-Party in Sonthofen (wie bei fast allen), Warten vor Duschen Toiletten und in Waschräumen. Schlangen beim Essenfassen und im Startbereich. Warten auf den nächsten Tag…

Nun ja. Der erste Bus kam ungefähr im 10:20h und hier hatte ich Glück. Ich kam mit hinein! Meine Tasche auch.

Nach zwei Pausen und einer ausgefallenen Klimaanlage kamen wir gegen 16:30 in Sonthofen an. Die meisten waren, wie ich, total platt.

Nach knapp einer Seite lesen fielen mir die Augen zu, im fortwährenden Wechsel.

Ich war mir sicher, dass ich in Sonthofen ein Zimmer für die Nacht nehmen würde – tat es aber nicht und kam wohlbehalten am späten Sonntagabend zuhause ein.

 

Fazit:

Zwischenzeitlich ist fast eine Woche ins Land gegangen. Erst seit einigen Nächten verarbeite ich die TOUR auch im Traum, fahre jede Nacht Rennrad. Bergauf.

Kein Kopfkino

Erinnerungen an Panoramen, Ortsnamen, Gegenden habe ich, wie viele andere auch, nicht. Leider. Das ist ausgesprochen schade. Denn es gab sie, die von Uli Stanciu bei jedem Briefing beschworenen „wunderschönen“ Aussichten und Panoramen. Nur waren wir fast alle so fokussiert auf das Rennen. Bergauf mit uns selbst beschäftigt, bergab mit den Vorderleuten, den Kurven und dem dosierten Bremsen.

Machst Du’s noch mal?

Ich will es nicht ausschließen, aber ich glaube nicht.
Nicht, weil es mir zu anstrengend war. Keineswegs. Aber das Risiko eines kapitalen Sturzes, von wem auch immer verursacht, ist recht hoch.
Im Grunde hat es uns sehr viel Spaß gemacht. Im nächsten Jahr startet die JubiläumsTOUR, zu der es sicher weitere interessante Pässe zu fahren gibt… Am 1. Dezember startet die Registrierung für 2012.

Wenn ich noch einmal starten sollte, dann nur mit Jaco. Und nur mit Hotelübernachtung oder mit Wohnmobilbegleitung.

Meinem Teampartner muss ich an dieser Stelle noch einmal huldigen. Einen besseren hätte ich mir nicht wünschen können. Wir haben uns super ergänzt, hatten Spaß für fünf und konnten uns aufeinander verlassen. Und dass, obwohl wir uns vorher nicht kannten. Selbst die Füllmenge Bier schien abgestimmt zu sein.

Danke Dir – A-Höhrnchen!!

 


Organisation

Hier gibt es im Grunde wenig zu meckern. Generalstabsmäßig organisiert lief die TOUR reibungslos.

Zu jeder Zeit waren alle Helfer, besonders auch das Gepäckteam, freundlich, hilfsbereit und geduldig.

Taschentransport, Start- und Ziel, Expo, Moderation. Mehrsprachiges Briefing am Abend während der täglichen Pasta-Party für den nächsten Tag, sowie ein weiteres am Morgen, unmittelbar vor dem Start. Mobile Rescue-Teams auf Motorrädern und Rettungswagen. Von schnellen Helikotereinsätzten habe ich ja berichtet.

Kostenloser Vor-Ort-Service sowie unterwegs für alle Radmarken vom ROSE-Versand, SCHWALBE und SRAM. Ersatzteile mussten selbstverständlich bezahlt werden.

Lediglich die Streckensperrungen hätten a) länger sein können und b) konsequenter durchgeführt werden müssen.

Es war selten erkennbar, ob die Gegenspur gesperrt war, oder nicht. Ein paar mehr Helfer an markanten Abzweigungen oder Kreuzungen wurden von manchen gelegentlich vermisst – das kann ich für meinen Teil aber nicht bestätigen.

An jedem Etappenort gab einen bewachten Bike-Parc wo wir die Räder sorglos gegen Quittung unterbringen konnten.

Kosten

Für eine Woche haben wir €625,- bezahlt. Das ist eine Menge Geld, eine grenzwertige Höhe, die in Anbetracht der insgesamt guten Organisation und logistischen Leistungen aber soeben noch in Ordnung ist. Die Verpflegung unterwegs und im Ziel ist hier inbegriffen

Hinzu kamen in meinem Fall noch: € 150,- für die Übernachtungen im Camp, inklusive Frühstück und noch einmal € 50,- für den Bustransfer zurück nach Sonthofen.

Während der Startbeitrag bereits nach Anmeldung im Dezember überwiesen wird, werden die Zusatzleistungen bei der Akkreditierung vor Ort in bar und ohne Quittung bezahlt.

Verpflegung

Ein überwiegender Minuspunkt!

Abgesehen vielleicht von den zwei täglichen Verpflegungsstellen an der Strecke. Hier gab es ausreichend Wasser bzw. Isogetränke aus Kanistern und von Helfern mit Gieskannen ausgeschenkt zum Auffüllen der Radflaschen.
Äpfel, Melonen, Ananas, Geschnittene Salatgurken (mit Salz!), Salzstangen, manchmal Kuchen. Gels (High5) waren manchmal zu wenige vorhanden.

Zweimal gab es im Ziel herzhaft belegte Brötchen. Sonst nur Obst, und süßes Zeug.

Das Frühstück im Camp war abgesehen vom ersten in der Kaserne zumeist eine Zumutung und nicht ausreichend.

Die durch gekochte Pasta am Abend hängt einem spätestens am dritten Abend zum Hals raus. Die Zähne wollen auch noch etwas zu tun bekommen. Einmal gab‘s zur Pasta noch Reis, am Schlussabend Hähnchen und Pommes – aber wer steht schon gerne eine Stunde und länger in einer Schlange, wenn er Hunger hat? Ich jedenfalls nicht.

Camp

Es war fast so, wie man es erwartet und teilweise aus der Jugend kennt: Eng, miefig, unruhig. Durch gegenseitige Rücksichtnahme war das für einmal in Ordnung. Schlafen auf (zum Teil) schmutzigen Böden und verfilzten Tennishallenbelägen, zu wenige Toiletten und Duschen. Die Erfahrung wollte ich machen: Hardcore-Transalp. Sollte es ein nächstes Mal geben, dann nur entweder mit Wohnmobilbegleitung oder Hotelübernachtung. Beides lässt zwar die Kosten in die Höhe schnellen, verspricht aber mehr Ruhe, Annehmlichkeiten und Ausgeglichenheit. Etwas Urlaub eben.

Equipment

Mein Rad: „Das kleine Schwarze“ ein fast 8 Jahre altes ROSE „Red Bull Pro 3000SL“ mit 3-fach (52/39/30) vorne und 10-fach (12-25) hinten. Damit bin ich gut gefahren, nachdem ich zunächst noch etwas belächelt wurde, was spätestens nach der zweiten Etappe beendet war, als sich die ersten 30-er Ritzen hinten auflegen ließen.

Zwei Trinkflaschen am Rad. Auch einige Trinkrucksäcke in denen man noch das eine oder andere unterbringen kann, habe ich gesehen. Da es aber auf jeder Etappe 2 Verpflegungsstellen und manchmal noch eine Wasserstelle gab, reichen zwei Flaschen auch bei großer Hitze am Rad aus. Zur  Not gibt es allenthalben noch klare Gebirgsbäche.

Kleidung: Ich hatte mich für 5 kurze Trikots, 1 langes, 4 kurze Radhosen, 1 Regenjacke, 1 dünne und eine etwas dickere Windweste, dünne sowie Regen-Überschuhe entschieden. Dazu noch 4 Radunterhemden mit Windstopper im Brustbereich. Arm- und Beinlinge, 2 paar kurze Handschuhe, 1 Helmuntermütze, 7 Paar Socken.

Für diese TOUR war das bei den vorherrschenden Wetterbedingungen genau das Richtige, zumal wir an fast allen Abenden die Wäsche auswaschen und zum Trocknen nach draußen hängen konnten. Dadurch hätte ich die Anzahl von Hosen und Shirts noch reduzieren können – würde ich aber im Wiederholungsfall nicht machen. Wenn wir dauerhaft schlechteres Wetter im Sinne von Regen und/oder Kälte gehabt hätten, wer weiß…?

Für die Abende hatte ich eine lange Jeans, eine kurze Hose, 3 T-Shirts sowie ausreichend Unterhosen und Socken, 1 langen Pullover und eine Fleece-Jacke in der Tasche.

Kulturbeutel mit dem Nötigsten, Handyladekabel und Mehrfachstecker (es gibt nicht so furchtbar viele Steckdosen in Sporthallen – und viele wollen da ran.

Ohropax, Präparate gegen Erkältung und Kopfschmerz.

Wichtig: Sitzcreme (ich hatte und empfehle die teure von ASSOS) zum täglichen Einreiben des Polsters in der Radhose, ggf. noch Melkfett. Sonnencreme.

Isomatte oder Luftmatratze, Schlafsack. Besser noch: SelpIn-Bed von Decathlon – kost‘ nich‘ viel und spart Platz und Gewicht.

Radschuhe und Helm nicht vergessen! Zahlenfetischisten sollten Tacho, Pulsmesser und so’n Zeugs auch nicht zuhause lassen.


Urkunde

 

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