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OstseeMan 2011

Ich weiß gar nicht so recht, wie ich diesen Bericht beginnen soll.

Im Nachhinein betrachtet stand die Teilnahme an
dieser Langdistanz wohl von Anfang an nicht unter einem so guten Stern, wie erhofft und in den letzten Wochen erwartet:

Ich hatte ich im Oktober 2010 als Motivationshilfe in Glücksburg angemeldet. Zu einer Zeit, an der ich noch mit dem Schulterbruch laborierte, nicht Rad fahren und schwimmen durfte, und nur leidlich laufen konnte. Das Laufen wurde zum Jahresende immer schlimmer, so dass ich erst im Januar buchstäblich bei "Null" wieder angefangen bin. Immerhin half mir die Aussicht auf die Transalp und eine erneute Triathlon Langdistanz aus so manchem mentalen Loch in dieser Zeit.

Nun denn. Um es ein wenig kürzer zu machen: Bei der Transalp haben Jaco und ich ja unsere Erwarten gut erfüllt, die Triathlonergebnisse in Hannover, am Edersee und Münster waren durchaus vielversprechend und auch bei den Lauftrainings zeigte der Daumen wieder vorsichtig nach oben.
Schon in Münster vor einer Woche zeigte sich, dass ich die Transalp nach 4 Wochen endlich verdaut hatte. Somit stand unserem Kurzurlaub und meinem zweiten Start in Glücksburg nach 2008 nichts mehr im Wege.

Christine und ich hatten uns diesmal in einer schönen, wenn auch kleinen, Ferienwohnung im 5. Stock eines äußerlich wenig ansprechenden "Hochhauses" in Schausende auf der Halbinsel Holnis, ca. 6 KM vom Ortskern Glücksburg entfernt, seit Donnerstag eingenistet. Das Haus liegt unmittelbar an der Förde und der Balkon unserer Wohnung in Süd-West-Lage mit dem Blick auf den Fjord. Das Wetter war ehr durchwachsen, oft Regen, Wind aber mit Temperaturen um die 20 Grad recht warm. Tage zum Genießen bei Fischbrötchen, dänischem Softeis in Kappeln und Flens vom Fass oder aus der Flasche auf dem Balkon.

Am Freitag fuhr ich noch eine Runde auf der markierten Radstrecke bei sehr heftigen Windböen mit einem 34,03 KM/h-Schnitt, ohne gefühlte Anstrengung und fühlte mich in meinen Erwartungen auf einen (persönlich) sehr guten Radsplit gestärkt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich diese vielen kleinen, fiesen Rampen in meiner euphorischen Erinnerung etwas verdrängt hatte.

Bike-Check-In         Wechselzone

Am Samstagnachmittag checkte ich recht früh meinen roten Büffel ein. Dabei outete ich mich als einer der vielen Wiederholungstäter, als ich ihm die Fahrradgarage als Regenschutz überstülpte - in diesem Jahr gab es keine vom Veranstalter.

Qualle
Die Wettervorhersage für Sonntag war durchwachsen: Regen am frühen Morgen bis Mittag, danach Schauer, mäßiger bis starker Wind, in Böen bis 52 KM/h, 17 °C. Ich ging zu Recht davon aus, dass der Wind die (Feuerquallen) wohl aus der Förde treiben würde.

Ohne nennenswerte Vorstartnervosität weckte mich am Sonntag früh zunächst der heftige Regen, der auf die Terrasse und durch die offene Tür prasselte, um 3:45h kam der "richtige" Wecker hinzu.
Die morgendliche Vorbereitung ist beim Start zur 7. Langdistanz und nach mehr als 15 Marathons eine gewisse Routine geworden: Früh aufstehen, essen und Kaffe trinken. Etwas hinlegen und auf die Verdauung warten. Entsorgen. Abfahrt zum Start.

Mountainbikes geklaut

Bevor wir im 5. Stock in den Aufzug gingen, bemerkte ich beim aus-dem-Fenster-gucken eine Lücke in der Reihe der vielen abgestellten Fahrräder.
Unsere beiden aneinander geketteten Mountainbikes waren über Nacht geklaut worden. In diesem Moment war ich eigentlich noch die Ruhe selbst, weil ich jetzt nichts ändern bzw. unternehmen konnte. Na super! Mein hass-geliebtes MTB. Ich habe es nicht wirklich gemocht, es sah nur gut aus. Aber über die drei Jahre hat uns so manches verbunden: insgesamt 8 Monate in England, viele gemeinsame Stürze sowohl im weichen Schnee als auch auf hartem Eis, einer vor dem Hallenbad in Versmold, als ich mir einer Knochenabsplitterung im Knie nicht nur noch schwimmen sondern anschließend noch mit dem Bike über den Berg (anstatt auf der Straße) nach Hause gefahren bin. Gedanken, die mich den Wettkampf über verfolgen und wütend machen sollten.

Christine und ich haben auch diesmal wie geplant einen Parkplatz dicht am Start-/Zielgebiet gefunden und waren um 5:45Uhr an der Wechselzone, die sich zügig füllte.
Zur Überraschung aller war die Ostsee in der Flensburger Förde im Gegensatz zu den letzten Tagen sehr aufgewühlt und es blies schon jetzt ein starker Wind.
Wechselzone - Kleiderbeutelablage Bike-Run
Nach der Markierung der Oberarme mit der Startnummer, dem Einrichten der Wechselzone bzw. Ablage der Wechselbeutel am Strand und hinter dem Wechselzelt versuchte ich ein wenig die ruhig-angespannte Atmosphäre der in mich aufzunehmen. Bei den Klängen von Jon Vangelis' "Conquest of Paradise" geht das ganz gut.

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