
Ich
weiß gar nicht so recht, wie ich diesen
Bericht beginnen soll.

Im Nachhinein betrachtet stand die Teilnahme an dieser
Langdistanz wohl von Anfang an nicht unter einem so guten Stern, wie
erhofft und in den letzten Wochen erwartet:
Ich hatte ich im Oktober 2010 als Motivationshilfe in Glücksburg
angemeldet. Zu einer Zeit, an der ich noch mit dem
Schulterbruch laborierte, nicht Rad fahren und schwimmen
durfte, und nur leidlich laufen konnte. Das Laufen wurde zum
Jahresende immer schlimmer, so dass ich erst im Januar buchstäblich
bei "Null" wieder angefangen bin. Immerhin half mir die Aussicht auf
die Transalp und eine erneute Triathlon Langdistanz aus so manchem
mentalen Loch in dieser Zeit.
Nun denn. Um es ein wenig kürzer zu machen: Bei der
Transalp
haben Jaco und ich ja unsere Erwarten gut erfüllt, die
Triathlonergebnisse in
Hannover, am
Edersee und
Münster
waren durchaus vielversprechend und auch bei den
Lauftrainings zeigte der Daumen wieder vorsichtig nach oben.
Schon in Münster vor einer Woche zeigte sich, dass ich die Transalp
nach 4 Wochen endlich verdaut hatte. Somit stand unserem Kurzurlaub
und meinem zweiten Start in Glücksburg nach
2008 nichts mehr im Wege.
Christine und ich hatten uns diesmal in einer schönen, wenn auch kleinen, Ferienwohnung im 5. Stock eines äußerlich wenig ansprechenden "Hochhauses" in Schausende auf der Halbinsel Holnis, ca. 6 KM vom Ortskern Glücksburg entfernt, seit Donnerstag eingenistet. Das Haus liegt unmittelbar an der Förde und der Balkon unserer Wohnung in Süd-West-Lage mit dem Blick auf den Fjord. Das Wetter war ehr durchwachsen, oft Regen, Wind aber mit Temperaturen um die 20 Grad recht warm. Tage zum Genießen bei Fischbrötchen, dänischem Softeis in Kappeln und Flens vom Fass oder aus der Flasche auf dem Balkon.
Am Freitag fuhr ich noch eine Runde auf der markierten Radstrecke bei sehr heftigen Windböen mit einem 34,03 KM/h-Schnitt, ohne gefühlte Anstrengung und fühlte mich in meinen Erwartungen auf einen (persönlich) sehr guten Radsplit gestärkt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich diese vielen kleinen, fiesen Rampen in meiner euphorischen Erinnerung etwas verdrängt hatte.
Am Samstagnachmittag checkte ich recht früh meinen roten Büffel ein. Dabei outete ich mich als einer der vielen Wiederholungstäter, als ich ihm die Fahrradgarage als Regenschutz überstülpte - in diesem Jahr gab es keine vom Veranstalter.

Die Wettervorhersage für Sonntag war durchwachsen: Regen am frühen
Morgen bis Mittag, danach Schauer, mäßiger bis starker Wind, in Böen
bis 52 KM/h, 17 °C. Ich ging zu Recht davon aus, dass der Wind die
(Feuerquallen) wohl aus der Förde treiben würde.
Ohne nennenswerte Vorstartnervosität weckte mich
am Sonntag früh zunächst der heftige Regen, der auf die Terrasse und
durch die offene Tür prasselte, um 3:45h kam der "richtige" Wecker
hinzu.
Die morgendliche Vorbereitung ist beim Start zur 7. Langdistanz und
nach mehr als 15 Marathons eine gewisse Routine geworden: Früh
aufstehen, essen und Kaffe trinken. Etwas hinlegen und auf die
Verdauung warten. Entsorgen. Abfahrt zum Start.
Mountainbikes geklaut
Bevor wir im 5. Stock in den Aufzug gingen,
bemerkte ich beim aus-dem-Fenster-gucken eine Lücke in der Reihe der
vielen abgestellten Fahrräder.
Unsere beiden aneinander geketteten Mountainbikes waren über Nacht
geklaut worden. In diesem Moment war ich eigentlich noch die Ruhe
selbst, weil ich jetzt nichts ändern bzw. unternehmen konnte. Na
super! Mein hass-geliebtes MTB. Ich habe es nicht wirklich gemocht,
es sah nur gut aus. Aber über die drei Jahre hat uns so manches
verbunden: insgesamt 8 Monate in England, viele gemeinsame Stürze
sowohl im weichen Schnee als auch auf hartem Eis, einer vor dem
Hallenbad in Versmold, als ich mir einer Knochenabsplitterung im
Knie nicht nur noch schwimmen sondern anschließend noch mit dem Bike
über den Berg (anstatt auf der Straße) nach Hause gefahren bin.
Gedanken, die mich den Wettkampf über verfolgen und wütend machen
sollten.
Christine und ich haben auch diesmal wie geplant
einen Parkplatz dicht am Start-/Zielgebiet gefunden und waren um
5:45Uhr an der Wechselzone, die sich zügig füllte.
Zur Überraschung aller war die Ostsee in der Flensburger Förde im
Gegensatz zu den letzten Tagen sehr aufgewühlt und es blies schon
jetzt ein starker Wind.

Nach der Markierung der Oberarme mit der Startnummer, dem Einrichten
der Wechselzone bzw. Ablage der Wechselbeutel am Strand und hinter
dem Wechselzelt versuchte ich ein wenig die ruhig-angespannte
Atmosphäre der in mich aufzunehmen. Bei den Klängen von Jon Vangelis'
"Conquest of Paradise" geht das ganz gut.
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