logodoepke2010

Home    Christine  Lisa  Jennifer  Reiner  Blog  Impressum

Sport

Wettkämpfe

Bestzeiten

Fotogalerien

Presse

 

Triathlon-Wettkämpfe

28. Waldecker-Edersee-Triathlon, 18.06.2011

Nachdem ich im Vorjahr begeistert von diesem Wettkampf zurückkam, habe ich mich bereits frühzeitig für die diesjährige Veranstaltung angemeldet.

Was unterscheidet diesen Triathlon über die Olympische Distanz von anderen in unserer Umgebung?
Zum einen wird in der Edertalsperre geschwommen, die ich seit meiner Kindheit toll finde ;-), ein Freiwasserschwimmen also, das ich persönlich jedem Schwimmen im Becken vorziehe. Natürlich stehen hier auch die Chancen höher, dass im Neoprenanzug geschwommen werden kann und darf - wenngleich der Tümpel im letzten Jahr so warm war, dass ein Neoverbot ausgesprochen wurde.

Die Radstrecke: Selektiv-bergig. Ich glaube nicht, dass die Wettkampfrichter hier große Schwierigkeiten mit dem Windschattenverbot haben Bereits nach wenigen Kilometern kommt ein längerer Anstieg von 6-8%, der solche Felder auseinanderreißen würde. Insgesamt summieren sich ca. 740HM auf den 44,5 Radkilometern.

Der anschließende  10-KM-Lauf auf einer Wendepunktstrecke wird auf der Website der Veranstalter als "ohne nennenswerte Anstiege" beschrieben. Tatsächlich ist es für uns Flachländler aber so, dass ca. 90 HM doch gut spürbar sind.

Die beiden Wechselzonen liegen ca. 2 KM auseinander, getrennt durch eine Abfahrt hinunter zum Edersee mit 14% Gefälle. Die allerdings sind nicht (direkt) wieder hochzufahren.


2011

Nachdem wir 2010 tolles, heißes, fast zu heißes Wetter hatten, freute ich mich seit langem auf eine Wiederholung - wenn möglich diesmal ohne Neoverbot. Nach dem guten Radtraining und verbesserten Läufen versprach ich mir ein noch besseres Resultat.

Stephan Kleinschmidt hatte sich noch kurzfristig angemeldet und sich bei mir gemeldet, damit wir zusammen am Samstag Morgen nach Waldeck fahren konnten. Die Wettervorhersage versprach alles - nur kein "Reiner-Döpke-Wetter". Regen, starker Wind und kühle Temperaturen. Ich hatte kein so großes Verlangen mehr noch an den Start zu gehen, aber ich hatte Stephan ja zugesagt. So waren wir dann pünktlich um 8 Uhr auf der Piste und fuhren den Wolkenbrüchen entgegen, immer in der Hoffnung, dass nach unserem Eintreffen kein Wasser mehr in den Wolken sein würde...

Kurz vor der Autobahnausfahrt fiel mir dann ein, dass ich meine Schwimmbrille nicht dabei hatte. Eigentlich ein No-Go. Ich trage beim Triathlon (und beim Schwimmen allgemein) Kontaktlinsen - ganz ohne stehe ich im dichten Nebel. Vermutlich würde ich die Linsen irgendwann im Wasser verlieren. Ich baute meine Hoffnung darauf, dass sich bei Sportveranstaltungen häufig die örtlichen Sportshops präsentieren und gerade solche Dinge, die man gerne mal vergisst, anbieten.

So gegen 10:00 Uhr trafen wir dann auch in Waldeck ein. Wolkiger Himmel mit etwas Sonnenschein, kräftiger Süd-West-Wind und 17 Grad waren nicht so übel.
Kurz die Startunterlagen abgeholt und festgestellt, dass es (Wie sollte es anders sein) keinen Stand gab.

Ich beschloss, mit Linsen zu schwimmen - kam ich wenigstens unbeschadet ins Wasser - und mich wie auch sonst immer, an den Vorderleuten zu orientieren, was die Richtung angeht.
In der Wechselzone hinterlegt ich meine normale Brille, die ich dann beim Rad fahren aufsetzen wollte. Eine Sonnenbrille im herkömmlichen Sinne schien eh überflüssig zu sein.

Schon auf der rasanten 14-%igen Abfahrt zum Strandbad ließ uns der Wind seine Kraft spüren. Noch beeindruckender war der Blick auf den See. Der Wind verursachte trotz der umgebenden Wälder und Berge ordentlich Wellengang und Strömung im See. Dummerweise blies er so ungünstig, dass wir auf fast dem gesamten 1,5-KM-Kurs Gegenwind hatten.

Als 5. Startgruppe kamen Stephan und ich um 11:35h ins Wasser. Schon nach wenigen hundert Metern bekam ich Atemnot - mehr noch als in Hannover vor zwei Wochen. Woran das liegt weiß ich nicht (Angst habe ich auch im Freiwasser jedenfalls keine). Nach einigen Zügen in Rücken und anschließend in Brustlage ging es etwas besser. Erst nach der ersten Wendeboje ließ es gänzlich nach. Ab hier ging es dann so richtig gegen die Wellen. Normalerweise schwimme ich immer einige Züge "normalen" Kraul und dann ein oder zwei Züge "Wasserball-Kraul", um mich an den nächsten Bojen oder Vorderleuten zu orientieren. Heute schlugen mir oft die Wellen direkt ins Gesicht bzw. in die Augen, die zu brennen anfinden. Ob ich noch Kontaktlinsen an Bord hatte, wusste ich zu keinem Zeitpunkt.
Irgendwann erkannte ich, dass ich seit einiger Zeit recht neben Stephan schwamm, der wie ich mit den Wellen kämpfte, und den ich als besseren Schwimmer viel weiter vorne vermutet hatte. Ich nahm an, dass er mit Brille wusste, wo es lang ging und orientierte mich an ihm. So kamen wir zeitgleich nach 30 Minuten aus dem Wasser.
Eine grottenschlechte Zeit, selbst ohne Neo war ich im letzten Jahr etwas schneller. Platz 25.

Ich musste feststellen, dass sich "lediglich eine der Linsen entweder komplett verabschiedet oder hinter den Augapfel geschoben hatte, um später wieder zum Vorschein zu kommen. Ich hoffte auf den zweiten Fall und beschloss mit nur einer Linse loszufahren. Zur Sicherheit, und um vorzubeugen, dass meine Sehbrille auf dem Rücktransport versehentlich abhanden kommt, schob ich mir das Etui in meinen Anzug.

Schon in der Wechselzone nahm mir Stephan sicher zwei Minuten ab. Es dauert halt, bis ich mich aus meinem Fetischanzug geschält und meine Socken angezogen habe...

Nach 3:34Minuten saß ich auf dem Büffel.

Es war nun heftig am Regnen und bei Gegenwind ging es auf den ersten Kilometern flach am Edersee entlang. Dann lauerte nach eine Linkskurve der erste ca, 1,5 KM lange Anstiegt mit 6-8 % Steigung. Hier konnte ich dann einige andere Überholen. Meine Hoffnung, Stephan zumindest noch in Sichtweite zu bekommen, sollte sich auf der gesamten selektiven Radstrecke nicht erfüllen. 740 Höhenmeter ergeben sich durch ein ständiges Auf und Ab, was den Kurs so interessant macht. Einen gleichmäßigen Rhythmus findet man aber selten. Der Wind kam dann doch irgendwie aus der richtigen Richtung, d.h. er "schob" uns an manchen Stellen den Berg hoch.
Was mich unsicher macht, ist, dass sich mein Rad oft ziemlich aufgeschaukelt hat und ich es kaum halten konnte. Dasselbe hatte ich vor ein paar Wochen schon einmal auf einer Trainingsfahrt - danach nicht mehr. Bis heute.
Die Laufräder scheinen keine größere Unwucht zu haben. Keine Ahnung, woran das liegen kann.

Zurück in Wechselzone 2 war ich nach 1:27:56h Fahrzeit, als Stephan vom Stadionsprecher genannt wurde, als er auf die Laufrunde ging.
55 Sekunden brauchte ich für den Wechsel und lag jetzt auf Platz 18.

Trotz meiner Einäugigkeit und den durch das Seewasser und den Fahrtwind brennenden Augen konnte ich Stephan bei KM 1 ca. 500 Meter vor mir sehen. er war also weiterhin gut 2 Minuten vor mir.
Der Lauf ging einigermaßen flüssig vonstatten, die KM-Abschnitte lagen bei ca. 4:20 Minuten. Viel mehr konnte und wollte ich ich nicht - schließlich sollte ich am Abend noch den Firmenlauf in Borgholzhausen bestreiten. Vor dem Wendepunkt kam mir Stephan entgegen. Ich hatte kaum Boden gutgemacht und sah keine Möglichkeit, dass auf dem Rückweg nachzuholen.

Nach 2:45:27h kam ich als 18. / AK Pl. 8 ins Ziel, Stephan ist 14. geworden.

Unmittelbar vor dem nächsten Wolkenbruch hatten wir unsere Siebensachen wieder im Auto verstaut.

Ein schöner Tag!

 

Top