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NordseeMan Triathlon 2011
28.08.2011

Da die Langzeit-Wetterprognose gut war, hatte ich mich, auf sonniges Wetter eingerichtet, direkt schon ab Freitagabend am einzigen Südstrand Deutschlands eingenistet. Das mir die Wetterkapriolen einen Strich durch die sonnige Rechnung gemacht hat, wissen wir heute alle  ;-)

Nevertheless: so schlecht finde ich den/diesen norddeutschen Sommer eigentlich nicht. Ich bin ja kein Strandlieger oder Sonnenbader. Von da her sind die moderaten Temperaturen für mich durchaus im grünen Bereich; Regen haben wir hier in der letzten Enklave Niedersachsens zwar auch, aber nicht über Gebühr abbekommen


Der Termin war wieder einmal nicht ganz ohne Brisanz in der Familie. An diesem Wochenende stand das 30-Jährige Klassentreffen in Lehrte an. Die Leute habe ich außer meinem holden Weib, Schröder und Nick seit mindestens 13 (1 Mitschülerin), den Großteil seit 29 Jahren nicht mehr gesehen und spürte auch kein unbändiges Verlangen, welches eine mögliche Teilnahme am Samstagabend doch möglich gemacht hätte.

Nun denn. Am Freitag nach Feierabend angereist verbrachte ich den ersten Abend nach kurzem Aufenthalt im Regen bzw. in einem Restaurant neben meinem Hotel bei lecker Fisch, JEVER und Jubi-Akquavit

Für den Samstag hatte ich eigentlich eine längere Ausfahrt auf dem Mountainbike in der Wilhelmshavener Umgebung geplant, die aber dem schlechten Wetter mehr oder weniger zum Opfer fiel. 40 KM sind dennoch zustande gekommen.

Nachdem ich mehrmals bei den samstäglichen Wettkämpfen am Bontekai nach dem Rechten geschaut hatte, konnte ich mich am Abend auch für die Mitteldistanz akkreditieren um anschließend den Tag  wie am Vortag ausklingen zu lassen.

Sonntag früh: 6:00 Uhr: Verdauung anschmeißen, anschließend bis kurz vor 7 in den Federn meditieren, die Klamotten ins Auto bringen und um 7:15h mehr oder weniger hektisch frühstücken.

Rad-Check-In um 8:00h. Der Schreck in der Morgenstunde: Der Umwerfer schaltet nicht vom großen auf das kleine Kettenblatt - zurück zum Auto und notdürftig mit dem Schaubendreher gerichtet. Vertrauen habe ich nicht in meine Mechanikerarbeit.

09:00h Start der ersten (meiner) Startgruppe, nachdem es vorher schon ordentlich kalt in der Wechselzone war. Die braune Brühe im Hafenbecken schmeckte wieder extrem salzig und war durch den Wind ziemlich kabbelig. Der 950-Meter-Dreieckskurs war zweimal zu schwimmen, die Passagen gegen den Wind kosteten doch schon einige Körner. Nachdem ich von ersten Schwimmern der zweiten Startgruppe, die 5 Minuten nach uns gestartet war, überholt wurde, wähnte ich mich schon ganz hinten.
Umso größer die Überraschung, dass ich dennoch nach etwas mehr als 37 Minuten wieder auf der Kaimauer stand - und taumelte. Zum ersten Mal war mir bei einem Triathlon nach dem Schwimmen extrem schwindelig. Zum Glück gab sich das nach zwei kurzen Attacken. Platz 12 in meiner Altersklasse nach dem Schwimmen.
Der Wechsel wurde nicht nur aber auch deswegen mit 7 Minuten sehr lang. Zeit kostete wieder einmal das Neoausziehen und das anpopeln der Socken. Eine Windweste hatte ich mir auch noch zurecht gelegt, was sich als gut erwies.

5 Radrunden auf einer im Grunde genommen flachen Strecke waren nun zu absolvieren. Flach heiß an der Küste gleichzeitig "windabfällig". Schon vor zwei Jahren war es recht windig, diesmal wurde das getoppt. So schwankte die Geschwindigkeitsanzeige irgendwo zwischen 49KM/h und 21 Km/h - je nach Windrichtung. Zudem befinden sich zwei Brückenauf der Strecke, die man doch irgendwie merkt. Besonders, wenn man wie ich dann doch nicht mehr auf das kleine Kettenblatt schalten kann. Immer "Kette rechts" also. Im Prinzip machbar, aber ab und an ein hätte ein leichterer Gang auch nicht geschadet.

Meine Runden lagen relativ konstant bei 32/33 Minuten. Der Büffel stand nach 2:38h wieder am Wechselplatz. Seine wahrscheinlich letzte Ausfahrt in diesem Jahr. Danke fürs Mitnehmen!

Den Radkurs über 91,6 KM absolvierte ich als 11.-"Schnellster" in der AK 45 und lag nun nach beiden Wechseln und 3:22:10h auf Platz 12.

Ich hatte mich entschlossen, die (Rad-)Windweste mit dem riesigen "96"-Emblem auf der Brust anzubehalten, da ein Großteil der Strecke direkt am Jade gegen den Wind entlang führen sollte. Es war zwar entgegen der Wettervorhersage trocken geblieben, dennoch lagen die Temperaturen auch um die Mittagszeit noch bei ca. 17 Grad. Die Weste brachte mir allenthalben große Aufmerksamkeit ein - nicht nur bei den anderen (mir unbekannten) Athleten der Triathlon-Abteilung des Vereins. Auch von den Zuschauern an der Laufstrecken kamen immer wieder "Seeecchs-und-neeuunzig"-Rufe. Die Nationalen und internationalen Erfolge machen den Verein momentan interessant.

Gute drei Kilometer der zweimal zu laufenden Wendepunktstrecke führten direkt am Jadebusen entlang. Ein endlos langes Stück, kann ich Euch sagen! Zurück mit dem Wind im Rücken, natürlich wesentlich entspannter und schneller. Schön ist es dabei, dass man genau sehen kann, wie manche Verfolger oder die, die vor einem liegen sich schlagen. Der spätere Sieger hat auf der Laufstrecke mehr als einen KM auf mich gut gemacht, die die 96-er-Kollegen konnte ich in Schach halten, auch wenn ich auf den letzten 5 KM ziemlich beißen musste. Hier kamen neben moderaten Schmerzen der Bandscheibe ein widerliches Stechen im linken Knie hinzu, die mich zweimal einige Meter zum Gehen brachten. Wahrscheinlich eine Überlastung des Knie durch das Radfahren (treten der hohen Gänge), seit Dienstag wird es wieder besser. Den Halbmarathon bin ich zu meiner großen Freude nach dem Desaster der letzten Wochen mit einer konstanten Geschwindigkeit auf beiden Runden durchgelaufen. Ich wurde nur einige wenige Male überholt, konnte dafür aber selbst mehr Plätze gut machen. 7 an der Zahl in der Altersklasse brachten mich nach 1:35:13h auf Platz 5 sowohl beim Laufen als auch in der Endabrechnung. Über die Zielzeit 4:57:24h freue ich mich besonders in Anbetracht der Witterungsverhältnisse.

Da gleichzeitig in diesem Wettbewerb noch die niedersächsischen Landesmeisterschaften über die Mitteldistanz ausgefochten worden, ist es mir eine besondere Freude und Ehre, hierbei den 3. Platz in der Altersklasse TM45 erreicht zu haben!

Nach einer eher mittelmäßigen Saison ein für mich toller Saisonabschluss mit Perspektive. Worauf auch immer...

 

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